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[]Kemer & Lykische Küste[]
Kemer Phaselis Oylmpos

Da wir beide prinzipiell geneigt sind, den Dingen im Urlaub stets positiv Seiten abzugewinnen, konnte uns weder der späte und dann noch verspätete Flug von München aus, noch Istanbul Airlines schrecken. Leichte Unwilligkeit kam erst am Montag morgen gegen 4 Uhr Ortszeit auf, als nach unserer Ankunft im Hotel der freundliche junge Mann am Empfang uns wiederholt erklärte: nix coupon hier - hotel ist closed tomorrow! Das waren seine einzigen Englisch/Deutschkenntnisse und wir konnten kein Türkisch - So dauerte es doch einige Minuten, bis wir bereit waren, uns mit einem anderen Hotelangestellten und unserem Gepäck auf einen Weg zu machen, den dieser gut zu kennen schien. Wir landeten schließlich im neu erbauten Schwester-Hotel direkt am Meer. Und als der Nachtportier auch noch losfuhr, um im Supermarkt für uns ein Mineralwasser zu erstehen, war die Stimmung schon wieder bestens. So weit, so gut - wir waren im Fame Beach Hotel in Kemer angekommen.

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Kemer

Das ehemalige Fischerdorf, etwa 40 km westlich von Antalya, hat sich zu einen lebhaften Urlaubsort mit einem modernen Yachthafen entwickelt. Vor der wildromantischen Kulisse des Taurus-Gebirges gelegen, sind in Kemer nicht nur schöne Strände und Buchten, sondern auch eine Vielzahl großer Urlaubsressorts / Clubanlagen zu bestaunen. Vom alten Fischerdorf ist nichts mehr zu spüren, eher schon von der ungeheuren Geschäftstüchtigkeit und dem Verdiensttrieb der Einwohner.
. Kemer liegt an der Grenze zum antiken Lykien und ist daher idealer Ausgangspunkt für Exkursionen zu Fuß, per Auto oder Dolmus in die nähere oder weitere Umgebung. Dies haben wir die nächsten Tage auch reichlich ausgenutzt.

Vom Nomadenpark bis zum Teppichhändler

Ortsbegehung am Ankunftstag

Nach kurzem Schlaf und gutem türkischem Frühstück (Oliven, Schafskäse, Tomaten, Gurken, Yoghurt) - keine Bange, es hätte auch Marmelade, Eier, Croissants gegeben - sind wir erst mal auf Erkundungstour gegangen.
. Der Nomandenpark von Kemer liegt gleich neben dem Yachthafen auf einer Halbinsel. Er wurde gewissermaßen als Open-Air-Museum von dem Forstingenieur Kusal Iyicil 1978 entworfen. Dort kann ein Lagerplatz mit Nomadenzelten, angefüllt mit nomadischem Haushaltsgeräten besichtigt werden. Eine ganz andere Welt (wie wir sie auch auf einer späteren Fahrt durchs Inland erlebten) im Vergleich zum Hotel-Strand-Leben. Wir legten eine Pause ein, um Sacböregi (eine Art Fladenbrot/Gözleme) zu essen und Ayran (gesalzener geschlagener Joghurt) zu trinken - Es schmeckte hervorragend.
. Ein weiterer Höhepunkt des Tage war der Besuch bei einem der unzähligen Teppichhändler. Da uns schon zu Beginn klar war, daß wir keinen Teppich kaufen wollten, und dies auch wiederholt erklärt hatten, konnten wir mit Genuß den Verkaufsstrategien zusehen und zuhören. Beim Apfeltee versuchte der Verkäufer (der übrigens sehr gut Deutsch sprach) irgendwo einen Anhaltspunkt zu finden, der es ihm ermöglichen könnte, doch schließlich einen Teppich erst mal zu zeigen. Mit wachen Augen und großen Ohren wanderte sein Blick und seine Zuwendung zwischen uns her und hatte sich schließlich Gerhard als "Opfer" erkoren. Er bot dann sofort alles auf, was er zu bieten hatte. Zum einen in Form von Teppichen zum anderen versuchte er kräftig Schuldgefühle zu wecken. Am Ende war er der Arme, der Kinder zu versorgen, Strom bezahlen mußte, sich die Zigaretten vom Mund absparte und wir die reichen Urlauber, für die 70 DM, ein absolutes Sonderangebot, doch wirklich kein Geld ist. Als er nach längerer Arbeit einsah, daß ich immer noch keinen Teppich wollte und auch mein Mann nicht zu gewinnen war, verabschiedete er sich lächelnd: "Nichts für ungut, aber schließlich ist es meine Arbeit".

Tip
So ein Besuch lohnt sich wirklich, wenn man
- was kaufen möchte
- sich das einfach mal anschauen will
. Unfair finde ich es jedoch, die Preise herunter zu handeln und dann nichts zu kaufen, so zu tun, als ob es nur Spaß war oder ihre Ware schlecht zu machen, anstatt einfach nein zu sagen.
. Nach wie vor ist ein freundliches, aber bestimmtes "Nein danke" in der Landessprache oder ein "Vielleicht ein anderes mal" (Belki bir bashka zaman) angebrachter als unhöfliches Meckern und Maulen (wie öfters beobachtet).

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Wandern und Baden in Phaselis

Der weite Sandstrand im dritten Hafen
ist immer einen Badeausflug wert

So kommt man hin: Die antike Stätte der Dreihafenstadt Phaselis kann man auf unterschiedlichem Weg erreichen: - mit dem Dolmus direkt zum Eingang - irgendeinen Bus nehmen, 1 1/2 km vor dem Haupteingang (Museum und kleines Café, Buchladen) an der Hauptstraße aussteigen und einfach nach links bergab der Straße bis ans Meer folgen - Wanderung nach Phaselis von Camyuva aus an der Küste entlang. Dieser Weg ist mittlerweile deutlich mit roten Punkten gekennzeichnet und leicht zu begehen, die Wege und Pfade sind in gutem Zustand.

Tip
Wenn Sie dem Busfahrer eine entsprechende (Wander-) Karte zeigen, wird er Sie exakt an dem Waldweg aussteigen lassen, an dem die eigentliche Wanderung beginnt.

[Bucht entlang des Wanderweges 7,1KB 255x150 - 11,7KB 450x300] [-]

. Wir hatten uns heute an diesem wunderschönen Tag mit für uns noch sommerlichen Temperaturen zum Wandern entschieden. Durch lichten Wald über eine kleine Ebene, in einem trockenen Bachbett ging es hinunter ans Meer. Durch eine wunderschöne kleine Bucht wieder leicht bergan am Klippenrand entlang erreichten wir bald den Zaun des Stadtgebietes von Phaselis. Immer wieder blitzte das Meer zwischen den Bäumen durch und überall herrschte eine große Ruhe. [Eingangstor 9,6KB 255x150 - 17,7KB 450x300]
. Phaselis zählte zu den bedeutendsten lykischen Handelsstädten und war auch noch unter Byzanz bewohnt. Heute wachsen Strandkiefern über den Ruinen der Dreihafenstadt. Da die Ausgrabungen erst in den letzten Jahren so richtig begonnen haben, werden die Informationen über die Funde immer reichhaltiger. Nach der Besichtigung der Reste eines römischen Aquäduktes, Agora, Badehaus und Theater gingen wir zur Mittagspause an den Stand. Das Meer war herrlich klar und noch warm genug für einen Badenachmittag. Zurück sind wir den Weg zum Haupteingangstor gegangen, und haben uns an der Hauptstraße einen Überlandbus angehalten, um wieder nach Kemer zurück zu gelangen.

Tip
Egal ob zu Fuß, mit dem Dolmus oder dem Mietauto: Phaselis ist immer einen Badeausflug wert
[Strandbild in der 1. Bucht 9,2KB 150x255 - 16,9KB 200x300]

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Olympos

Das klare Wasser am Kiesstrand
verlockt geradezu zum Baden

So kommt man hin: Mit dem Dolmus Richtung Kas, am Olympos View aussteigen und dann entweder mit dem Olympos Dolmus oder zu Fuß weiter. Von der Hauptstraße aus geht es zunächst durch eine alpin anmutende saftig grüne Landschaft etliche Kilometer abwärts.
. Die Ausgrabungsstätten liegen in einer zum Meer hin offenen Ebene. Die ursprünglich lykische Stadt wurde im Jahre 78 v.Chr. römisch. Sofort fällt ein kolossales Tor mit skulpturverziertem Sturz ins Auge. Von den Überresten der Akropolis aus hatten wir einen herrlichen Blick in die Umgebung. Noch mehr Aufmerksamkeit erregten allerdings die schöne Bucht sowie das 'moderne' Olympos. In dem schmalen Tal finden sich überall ganze Anlagen von Baumhäusern zwischen Orangen und Zitronenbäumen, von total ramponiert bis steinzeitlich aufgemöbelt, unterschiedliche Restaurants, Zeltplätze, Bars sowie Dolmus Verbindungen zum Flughafen nach Antalya. Unserem Eindruck nach überwiegend von englischen Reisegruppen besucht, für junge Alternativreisende sowie im Sommer sicherlich ein Gag, aber für unser Reisealter nicht mehr. Wir lieben mittlerweile doch etwas komfortablere Unterkünfte.

Tip
Das klare Wasser am Kiesstrand von Olympos verlockt geradezu zum Baden. Um diese Jahreszeit sollten Sie bei Tagesausflügen jedoch frühzeitig nach Olympos kommen, da der Strand schon mindestens eine Stunde vor Sonnenuntergang (also so nach 15.30 Uhr) ganz im Schatten liegt.
Wem das moderne Olympos nicht so liegt, findet im nahen Çirali etliche Pensionen und Campingplätze direkt am Meer.


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06.09.00   © Reiselust