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[]Kemer & Lykische Küste[]
Die Küste nach Myra (Autotour1)

Die schöne Fahrt auf der relativ neuen Küstenstraße geht durch kontrastreiche beeindruckende Landschaften. Piniengesäumte Straßen winden sich an der Küste entlang, Schafe und Ziegen queren den Weg, ab und zu döst ein Kamel oder ein Esel im Schatten.

Kumluca

[Kumluca - Von den Bergen auf den Gewaechshaus-See 5,1KB 255x100 - 16,4KB 450x200] [-] Bevor man die Berge wieder verläßt, hat man einen weiten Ausblick in die fruchtbare Ebene von Kumluca. Zuerst dachten wir, einen großen See zu sehen, aber bald war uns klar, daß die ganze Fläche mit unzähligen kleinen Plastikgewächshäusern übersät ist. In der Ebene kommt man dann auf eine Straße, die die nächsten 11 Kilometer bis Finike als Autobahn ausgebaut ist.

Finike

Sie ist der wichtigste Umschlagsort für die in den Küstenebenen angebauten Tomaten und Citrusfrüchte. Obwohl ein langer Sandstrand mit kleinen Badehäuschen den Ort umschließt, spielt der Tourismus allem Anschein nach bisher nur eine untergeordnete Rolle.
[Finike Richtung Kas - im Hinterland 7,9KB 255x150 - 26,5KB 450x300] [maeandender Fluss in die schoenen Bucht hinter Finike 6,3KB 255x150 - 20,5KB 450x300]
. Hinter Finike schlängelt sich die Straße kilometerlang an der steil abfallenden Küste entlang. Kleine Buchten zwangen uns immer wieder in enge, unübersichtliche Kurven hinein. Direkt hinter dem Dolmus war's aber gar kein Problem, heil bis nach Demre (Kale, antik. Myra) zu gelangen.

Tip
Selbst auf einer dreispurigen Straße müssen Sie damit rechnen, daß Ihnen in einer unübersichtlichen Kurve der Gegenverkehr auf Ihrer Fahrspur entgegenkommt.

Myra

Eine der wichtigsten lykischen Städte. Heute landeinwärts gelegen, war sie früher Küstenstadt. Die Felsengräber sind beeindruckend und das Amphitheater ist gut erhalten.
[Die Felsengraeber in der Uebersicht 11,5KB 150x255 - 24,5KB 300x450] [Details links 10,5KB 150x255 - 22,2KB 300x450] [Details rechts 10,9KB 150x255 - 22,9KB 300x450]
. "Die schönsten lykischen Grabdenkmäler finden wir in Myra, wo in die Felswände zahlreiche Grabfassaden von zaubervoller Wirkung hineingearbeitet sind. Mehrere Generationen haben ihre Grabhäuser in dieselben Felsen über- und nebeneinander gehauen und so als denkwürdige Monumente der Nachkommenschaft hinterlassen. Die einzigartigen Architekturformen und die in reizenden Farbtönen patinierten Fassaden der Grabdenkmäler wirken wie das magische Bild einer geheimnisvollen Märchenwelt. Die Hellenisierung geht im 4. Jahrhundert so weit, daß die ursprünglich in voller Hausform aus dem Felsen gehauenen Gräber nun zu einer einfachen Felsfassade geworden sind. Wichtig und charakteristisch lykisch ist, daß sich die Grabstätte nicht unter der Erde oder auf der Erdoberfläche, sondern hoch über der Erde befindet. Dies hängt wohl mit der lykischen Vorstellung zusammen, nach der die Toten offenbar von Vogeldämonen in den Himmel getragen werden."
(Ekrem Akurgal zitiert nach Braun)
. Ein anderes Bauwerk, ebenfalls eine Totengedenkstätte, ist die Grabkirche des Hl. Nikolaus. Sie befindet sich ziemlich in der Ortsmitte von Kale. Natürlich sind wir auch dort vorbeigegangen, haben uns seine Statue und die Kirchenreste angeschaut. Er wurde als Sohn einer wohlhabenden Familie um 254 n.Chr. in Patara geboren und war Bischof von Myra . [Nikolausstatue im Garten der Grabkirche 7,8KB 100x174]
. Es geht die Legende, daß in Myra ein armer Mann mit drei heiratsfähigen Töchtern lebte. Da die Töchter aber damals ohne Mitgift nicht an den Mann zu bringen waren, lebte der arme Vater in großer Verzweiflung. An einem Wintertag in der Weihnachtszeit saßen die drei Schwestern in ihrem kalten Zimmer und berieten untereinander, was zu tun sei. Eine kam auf den Gedanken, daß sie sich auf dem Sklavenmarkt verkaufen wollte, um den beiden anderen mit dem Geld zu helfen. Ihre Schwestern aber riefen eine um die andere, nein, das tue ich, nein, das tue ich. Da ging gerade der Hl. Nikolaus unter dem offenen Fenster vorbei und hörte die Reden der Schwestern und entschloß sich, ihnen zu helfen. Rasch lief er in die Kirche und holte einen Beutel Goldstücke, den er in das offene Fenster unter die drei Mädchen warf. Es war gerade der 25. Dezember, und die Mädchen glaubten an das Wunder eines Geschenks vom Himmel. Das älteste Mädchen heirate sofort, nachdem sie ihre Mitgift von dem Gold gekauft hatte. Ein Jahr später, wieder am gleichen Tag, geschah das gleiche Wunder, denn der Hl. Nikolaus warf wieder einen Beutel Gold ins Zimmer. Die zweite Schwester konnte heiraten. Als der Hl. Nikolaus im dritten Jahr der letzten Schwester wieder am gleichen Tag helfen wollte, war es bitter kalt und das Fenster geschlossen. Er überlegte, was zu tun sei, kletterte dann einfach aufs Dach und warf das Goldsäckchen durch den Schornstein ins Haus. Gerade an diesem Tag hatte das Mädchen ihre Strümpfe gewaschen und zum Trocknen über den Kamin gehängt. Was passierte nun? Das Goldsäckchen plumpste in einen Strumpf."
(nach Hüseyin Cimrin)

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06.09.00   © ReiseTräume