Ausflug I
Kloster Tsambika & Epta Piges

Faliraki

Mit dem Bus durchfahren wir das zur Osterzeit noch fast geisterhaft leere Touristenghetto von Faliraki. Alle deutet daraufhin, daß in der Hochsaison die Touristen garantiert unter sich sind und durch nichts griechisches gestört werden. Bis weit ins Landesinnere verstreut liegen die Hotelanlagen und manches Betongerippe blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Diese Bauruinen der Neuzeit sind wahrlich keine Schmuckstücke. Alles was die moderne Urlaubsindustrie am Laufen hält ist hier reichlich vorhanden. Pluspunkt dieser Enklave im Vergleich zu den Stränden an der Westküste: gute Sandstrände, kein Fluglärm, häufige Busverbindungen nach Rhodos Stadt.

Kloster Tsambika

Ungefähr 1,5 km nach Kolimbia läßt uns der Busfahrer aussteigen. Wir gehen die steile kleine Betonstraße Kurve um Kurve hoch zum Parkplatz des Klosters. Obwohl es heute morgen eher bedeckt ist, sind wir von der Aussicht, die mit jedem Höhenmeter großartiger wird beeindruckt. Nach der großen Klostertaverne steigen wir auf langgezogenen Treppenstufen die letzten Meter zur Wallfahrtskirche bergan. Oben angekommen werden wir von ein paar Griechen empfangen. So wie es aussieht haben sie ihren eigenen Pappas dabei, der ihr Brot geweiht hatte. Die Frau winkte uns her und brach uns mit lautem Wortschwall verbunden ein großes Stück davon ab.

Die Ikone der Panagia erstrahlt in hellem Glanz. Im Innenhof gibt es zwei Schlafräume mit einfachen Liegen. Hierher pilgern die Frauen, um von der Muttergottes eine Schwangerschaft zu erbeten. Es muß wohl des öfteren auch klappen, wie uns gesagt wurde.

Oben auf dem Gipfel machen wir Rast. Bei klarem Wetter muß der Blick von hier oben phantastisch sein. Wir sehen heute nur bis zur Tsambika-Bucht und ein klein wenig von der weiteren grandiosen Küstenlandschaft. Zwischen hohen Bergen liegt hier eine der wohl größten Sandbuchten von Rhodos. Sandanwehungen am Südhang und im Sommer anscheinend gut voll. Der Strand ist bewirtschaftet.

Von hier kann man auch über die Bucht von Stegna in Richtung Haraki, weitgehend an der Küste entlang wandern. Einsame Buchten und phantastische Ausblicke sollen der Lohn sein. Für die ca. 10 km sind festes Schuhwerk und Verpflegung unbedingt notwendig.

Die Sieben Quellen (Epta Piges)

Da es immer noch sehr bewölkt war, beschlossen wir statt dieser Wanderung zu den Epta Piges zu gehen. Wir haben wie immer Glück. Gerade an der Hauptstraße angekommen, hält auch schon ein Pick-up. Die beiden freundlichen Griechen sind der Meinung, daß wir neben ihnen auch noch Platz haben. Es wird sehr voll, aber was solls. Besser unbequem gefahren (ich hatte die Türschnalle samt Fensterheber im Kreuz) als gut die Straße entlang gelaufen.

In dem schönen und zur Sommerzeit sicher angenehm kühlen Wald bei den Quellen, sind unter großen Platanen Tische und Stühle verteilt. Pfauen stolzieren durch den Pinienwald und sitzen laut rufend auf den Bäumen. Wozu überall kleine Spiegel an den Bäumen hängen, können wir nicht herausfinden. Der Frappe war aber wieder bestens und ich habe staunend meinen ersten fliegenden Pfau gesehen.

Wanderung über Arhipoli ...

Wir sind dann reichlich gewandert, zwischen Regentropfen und Sonnenstrahlen, durch unberührte Landschaft sicher nicht unbedingt auf richtigen Wanderwegen, aber in richtiger Himmelsrichtung. Und irgendwie halt immer weiter, bis wir schließlich in Arhipoli gelandet sind. In einer Taverne stärken wir uns mit Schafskäse und Oliven. Das kleine Bauerndorf, am Berghang gelegen wirkt vom Tourismus noch relativ unberührt und ist eher unscheinbar.

... bis Platanias

In der Kühle des Tages waren wir noch fit, so daß wir noch bis Platanias weiter wanderten. Diesmal blieben wir auf der Schotterstraße und kamen in das am Hang liegende malerisch wirkende Dorf Platania. Auch hier wird für Ostern neu weißgekalkt, die Gegend drumherum sieht waldbrandmäßig eher abgefackelt aus. In unmittelbarer Nähe erhebt sich der Profitis Ilias. Wir erfahren, daß hier wohl des öfteren auch vorsätzlich Feuer gelegt wird. Es gibt eine Café-Bar, Rooms und ein Militärgelände, Ziegen, Felder und Olivenbäume.

Mitfahrgelegenheit zur Hauptstraße

Auch jetzt treffen wir einen hilfsbereiten Griechen, der bereit ist, uns in seinem schon recht altersschwachen Gefährt bis Kolimbia mitzunehmen. Wir rumpeln durch die Landschaft, machen an der wirklich sehenswerten Piazza kurz Pause, da unser Fahrer noch Eier und Brote einladen muß, die eine alte Frau anschleift. Was gesprochen wird ist uns ein Rätsel, aber es hört sich sehr wichtig an. Im Ort stehen italienische Kolonialhäuser, das Ganze wirkt recht kurios.

Der alte Herr liefert uns und seine Fracht bei seiner Tochter am Ortsrand von Kolimbia ab und wünscht uns noch "kalo taxidi". An der Hauptstraße angekommen können wir auch sogleich den Bus nach Rhodos Stadt anhalten. Erschöpft, aber wieder hoch zufrieden mit dem erlebnisreichen Tag kehren wir zurück


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Zuletzt geändert am Sonntag, 29. August 1999.