Frühmorgens geht's wieder los. So ungern ich sonst bisweilen aufstehe, im Urlaub gehöre ich zu den ersten, die unterwegs sind. Wir nehmen den Bus nach Lindos.
Von Weitem sehen wir schon die Bergkuppe mit der Johanniterfestung. Strahlend weiß hebt sich der wohl schönste Ort der Insel auf dem Felsen von der kargen Küstenlandschaft ab. Tavernen, Souvenirshops, Bars und vieles mehr für den kauffreudigen Touristen drängt sich in den engen Altstadtgassen dicht aneinander. Auch hier denke ich, wird's in der Hochsaison brechend voll werden. Weiße Kubenhäuser, schöne Portale und das Gassengewirr verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre.
Wir schauen uns als erstes die wirklich wunderschöne Panagia (Muttergotteskirche) an. Gut erhaltene Fresken schmücken das Innere, Mosaikfußböden und vor allem die heute früh schon reich mit Blumen geschmückte vergoldete Altarwand samt Ikonen haben uns schwer beeindruckt. An alten Patrizierhäusern mit großen Innenhöfen vorbei gehen wir zur Akropolis hoch. Ornamente an Türen und Fenster zeugen vom Wohlstand der ehemaligen Kapitäne. Einige der Häuser sind zu besichtigen (ist beschildert).
Wir verschmähen den energisch angepriesenen Eselsritt und gehen zu Fuß weiter zum Festungsgipfel. Lindos steht unter Denkmalschutz und ist für den Autoverkehr komplett gesperrt. Es gibt jede Menge rooms, aber kein Hotel, da im gesamten Umkreis keine Gebäude errichtet werden dürfen, die von der traditionellen Architektur abweichen.
Durch ein enges Tor betreten wir das Innere der restaurierten Festungsmauern des Mittelalters. Auch hier haben die Italiener emsige Rekonstruktionsarbeit betrieben die noch heute fortgesetzt wird. Von den Säulenresten eines römischen Tempels gelangen wir über die Stoa und die Propyläen zum Heiligtum der Athene. Auch wenn das Meiste hier rekonstruiert wurde, wir fanden es beeindruckend. Von der phantastischen Lage des Tempels und dem herrlichen Ausblick weit übers Meer können wir heute noch schwärmen.
Als die Tourbusse eintreffen sitzen wir schon im Cafe und schauen hinab in die Badebucht, die zu dieser Jahreszeit noch absolut einsam daliegt.