Matala Ort

Fischerdorf - Hippiestätte - Ferienort

Das ehemalige Fischerdorf wurde während des Vietnamkrieges als Hippie-Treffpunkt weltberühmt. Heute ist es ein Ferienort mit vielen Unterkunftsmöglichkeiten und Ziel vieler Bustouristen aus dem Norden. Obwohl also der ganz normale Tourismus hier schon länger Fuß gefaßt hat, hat sich der Ort trotdem noch viel Originelles bewahrt. Es gibt z.B. noch kleine Privatpensionen, wo der Frühstückspreis davon abhängt, wie viel jemand ißt. Am Hotel Cafe-Bar Zafira sind etliche Freaks anzutreffen, die ihrem Outfit nach zu urteilen noch ganz der guten alten Hippiezeit nachhängen. Irgendwie wirken sie in der eher pauschalen Urlaubswelt leicht antiquiert. Aber auch sie finden ihren Platz und treffen sich neben Maria's bei Eleni, wo ein Althippie der Chef ist.

Die Höhlen von Matala

Matala war laut Geschichte ein mystischer Ort. Hier soll Zeus mit der von ihm als Stier entführten Europa an Land gegangen sein. Auch Homer hat wohl laut Beschreibungen seinen Odysseus hier wandeln lassen. In den sechziger Jahren strandeten dann schließlich die Blumenkinder und bewohnten die Höhlen von Matala.
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Die prähistorischen Wohnstätten und ehemaligen Grabkammern sind heute noch zu besichtigen. Allerdings sind die bunten Mandalas und farbenfrohen Wände der neuzeitlichen Aussteiger nach deren Verschwinden wieder renaturiert worden. Nur vereinzelt sind ganz schwach noch kleine Farbkleckse zu sehen oder ein Haken in der Decke deutet auf ehemalige Bewohner hin.
Um Nacktbaden, Drogenkonsum, Bettelei und Diebstahl Herr zu werden wurden die Höhlen einfach zur archäologischen Ausgrabungsstätte deklariert und gut eingezäunt um eventuelle unliebsame Übernachtungsgäste abzuhalten. Tagsüber geöffnet sind sie heute eine große Attraktion für Bustouren von den Hotels im Norden.
Nicht nur die Götter, auch die Blumenkinder sind verschwunden und der Himmel über Matala ist sicher längst schon entmythologisiert und entzaubert und trotzdem.... Ich war damals nicht dabei, ich bin heute hier und wenn die Tourbusse weg sind, die Sonne untergeht und die Nacht hereinbricht, das Meer rauscht und der Sternenhimmel über mir ist, kann ich trotzdem diesen alten Zauber spüren und bin glücklich, mal wieder Urlaub auf einer griechischen Insel verbringen zu dürfen.

Live today - tomorrow may never come

Mit diesem Relikt aus der Hippiezeit macht der ganze Ort mehr oder minder Werbung. Ansonsten sind glaube ich alle Dorfbewohner froh, daß jetzt eher die zahlenden Gäste, anstatt der günstigen Selbstversorger hier anreisen.

Hotel Matala Bay

Unser Hotel, das Matala Bay hat seine besten Zeiten sicher schon länger hinter sich, aber es ist soweit sauber und ordentlich. Am unmittelbaren Ortsrand von Matala war es sowohl preislich wie auch örtlich günstig gelegen. Aus der Sicht von Nicolas war der Speisesaal - sowas wie aus einer Ritterburg - düster und mit eisernen Lampen. Wir sind froh, daß wir am auch am Swimmingpool sitzen können und genießen dort das erweiterte Frühstücksbüfett. Der Kaffee war übrigens sehr gut und so konnte der Tag getrost beginnen.

Ausflug zum Kokkino Beach

Los ging es dann am ersten Tag durch den Ort zum Strand. Nein, nicht direkt zum Baden, wir wollten natürlich erstmal schauen, was der Ort so bietet und wo es zum Kokkino Beach geht.
Zum Entsetzen von Nicolas stiegen wir also bergan, um nach etlichen Irrwegen unter anderem an einer noch bewohnten Höhle vorbei schließlich zu erkennen, daß wir doch besser nachgefragt hätten. Außer dem kleinen Wegweiser im Ort war nämlich nichts mehr zu entdecken das auf den Strand hingewiesen hätte. Wir sind übrigens dann nie mehr dort gewesen. Laut anderen Urlaubern sei der Red Beach sehr schön, klein, relativ ruhig mit FKK und über dem Bergkamm zu Fuß in ungefähr 30 Minuten Wanderzeit zu erreichen. Im Sommer fahren auch Badeboote dorthin.
Wir sind jedenfalls zum Matala Beach zurück und haben erst mal im Meer ausgiebig gebadet. Nicolas und ich haben dann wie viele andere auch die Höhlen besichtigt. Seine Frage, warum das dort in manchen Höhlen so arg nach Pisse stinkt, konnte ich auch nur vermutend beantworten.
Jedenfalls ist es schon beeindruckend anzusehen, wie sich der Felsen meerwärts abfallend je nach Lichteinfall und Tageszeit verändert, mal vom Meer umtost, mal drin versunken. Ständig bietet er neue Eindrücke. Am schönsten fand ich ihn kurz vor Sonnenuntergang wenn er fast golden wirkte, im Gegensatz zum eher kalkweißen "Tagesgesicht".

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Zuletzt geändert am Sonntag, 29. August 1999.