KapverdenKapverden: SantiagoCabo Verde
Durch das Landesinnere

Heute ist Werktag und während der Geschäftszeiten sieht es auf dem Plateau ganz anders aus. Jetzt herrscht rege Betriebsamkeit, die Busse sind zum Bersten voll, alle Welt scheint unterwegs zu sein.

Wir müßen zur Bank, um uns wieder mit Escudos einzudecken. Da dies mit Visacard sein soll bleibt nur die Hauptbank. Nachdem Karte und Sibylle genauestens überprüft worden sind dauert es nur noch 20 Minuten bis wir ans Geld kommen. Wir holen unser Gepäck und nehmen ein Taxi zum Sucupiria.

Hier fahren die Aluguers in alle Inselrichtungen. Wir erwischen einen fast leeren Bus. Das verschafft uns die Möglichkeit einer kostenlosen Stadtrundfahrt. Der Fahrer und sein Gehilfe versuchen noch andere Fahrgäste zur Mitfahrt zu bewegen. Nach 30 Minuten wieder auf dem Markt angekommen, werden endlich auch die letzten Plätze noch belegt.

Tip:   Die Busse von der Sucurpia fahren zu allen Zeiten -
Aber erst dann, wenn alle Plätze belegt sind.

In Ermangelung eines Dachgepäckträgers und ausreichendem Stauraum landet Sibylle`s Rucksack auf ihrem Schoß und der von Gerhard bei den Frauen die vorne sitzen. Was für ein Glück, daß alle vom Boden weg war. Unmittelbar nach der Stadtgrenze wird dem Jungen hinter Gerhard schlecht und sein ganzer Mageninhalt ergießt sich hinter uns zwischen die Sitze. Trotz offenem Fenster stinkt es gewaltig vergoren. Fast wäre dabei die wirklich wunderschöne Landschaft verloren gegangen.

Wir hatten einen Schnellbus erwischt, der durch das Inselinnere erstmal bis Assomada fuhr. Durch ein weitläufiges inteniv bebautes fruchtbares Trockental gelangen wir nach São Domingos. Da wir voll sind und niemand aussteigen möchte geht die Fahrt gleich weiter über Joao Teves. Die Gegend ist einmalig. Weiche Hügel, bizarre Felsspitzen, die wie Zuckerhüte ausschauen, bewirtschaftete Terrassen, viel Grün und bei Picos schließlich throhnt eine grün - weiß gestrichene Kirche mit zwei Türmen auf einer Anhöhe.

Auf Santiago zogen sich entflohene Sklaven in die entlegendsten Teile der Inseln zurück und bewahrten alte Traditionen. Vor allem im Inselinneren sind die Menschen afrikanischer und schwärzer als auf São Vicente oder Santo Antão.
Vor Assomada wird zunehmend mehr Mais angebaut. Wir sind angekommen und alle Fahrgäste sind froh, dem mittlerweile arg stinkenden Auto zu entkommen. Wir bekommen sofort die letzten beiden Plätze im nächsten Bus nach Tarrafal.

Nochmals geht die Reise durch eine abenteuerliche Landschaft. Wir arbeiten uns in Serpentinen den Berg hoch. Auf der Passhöhe unter uns wieder tief eingeschnittene Täler, fruchtbares Land. Einzigartige Ausblicke, zauberhafte Landschaften. Die Straße strebt wieder dem Meer zu und wir gelangen kurz nach Mittag nach Tarrafal.

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Berichte & Bilder 12/99 + 08/00
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Reiseberichte (Erlebt, photographiert & dokumentiert von Sibylle & Gerhard)
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