Frühstück um 5.30 UhrUm 5:30 bringt uns Mamma das Frühstück. Im Schein der Petroleumlampe haben wir so früh am Morgen noch keinen allzu grossen Hunger auf Bratkartoffeln mit Ziegenkäse. So essen wir nur die etwas trockenen Wecken und trinken den leckeren Kaffee, der mit auf die Beine hilft. Cicilio kommt gut gelaunt dazu, versichert sich, dass wir genügend Wasser dabei haben und wie abgemacht brechen wir um 6:00 auf.Draussen ist es dunkel und kühl, gerade mal so 5 Grad. Die absolute Stille wird nur durch kurzes Hundegebell und in Antwort darauf Gockelgekrähe unterbrochen. Das ganze Dorf scheint noch im Tiefschlaf versunken zu sein. An der Kirche biegen wir auf den Feldweg ein, der zu den Weinfeldern und zum Aufstieg führt. Die Sonne geht auf der anderen Seite des Pico auf, so dass wir im Schatten gehen können. Hier kommen wir zügig vorwärts und schon nach kurzer Zeit gelangen wir zum Beginn des Anstiegs. Es gibt keinen markierten Weg, nur einen offensichtlich des öfteren begangenen Pfad, der sich jedoch später verliert. Aber Cicilio kennt den Weg, schon oft hat er Touristen auf den Vulkan geführt. |
Auf dem Gipfel der KapverdenDer Blick ist grandios. Unter uns am Kraterboden steigen kleine Rauchschwaden auf. Die Führer haben ihre Namen mit kleinen Steinen dort gelegt, die Innenwände sind verschieden gefärbt und immer noch hält uns geheimnisvolle absolute Stille umfangen. In der Ferne sehen wir Santiago, von einem Wolkenschal umhüllt. Es fällt schwer Worte zu finden für diese unbeschreiblichen Eindrücke. Wir sitzen einfach nur da und nehmen mit allen Sinnen auf. Stolz und glücklich, dass wir den anstrengenden Aufstieg geschafft haben und ausserordentlich zufrieden, weil sich die Mühe so sehr gelohnt hat. |
Gemütlicher Abend mit Danilo und MammaEs wird dunkel und der Sternenhimmel breitet sich wieder wie ein riesiges Zelt über uns aus. Schade, dass wir nichts von Astronomie verstehen. So bleibt uns halt die simple Bewunderung und das Staunen über die klare Sternennacht und die unzählig funkelnden Lichter am Himmel.Der heutige Abend vergeht wieder wie im Flug. Danilo verrät uns sein absolutes Lieblingsdessert: Ein Schluck Kaffee mit sahniger Milch und dazu ein Ziegenkäsescheibchen: ein Genuss. Danilo und Mamma lachen bei unserem anfänglichen Zögern. Beide strahlen, als wir nach dem Probieren erstaunt und in Folge überzeugt vom leckeren Geschmack dieser ungewöhnlichen Kombination sind. Wir unterhalten uns auf portugiesich - französisch - creolisch. Irgendwie gelingt es uns, uns gegenseitig zu verstehen. Ein Italiener hat sich den Winzern hier angenommen und es soll nun über die Kooperative ein besserer Wein produziert werden, der ein offizielles Etikett und einen Verschluss mit Banderole bekommt. Rot - weiss und rose ist auf dem Markt. Bislang waren sie nur Hersteller und Verbraucher in einem. Aber damit soll es anders werden und der Wein auch ausserhalb der Caldeira Interessenten und Käufer finden. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Zähigkeit sich die Menschen hier erhalten. Beharrlichkeit und Härte hier zu bleiben, zu überleben und das Beste drauss zu machen scheinen die grössten Tugenden hier zu sein. Auf meine Frage, warum denn Cicilio französisch gelernt hat statt englisch, obwohl vier seiner 22 Geschwister in Boston leben, meint er: "Ganz einfach, es gab nur ein Lexikon portugiesisch - französisch". Weil er dazu eh keine Schule hätte besuchen können, hat er sich das halt mit dem Lexikon alles selber beigebracht. Die Touristen können öfters französisch. Daher kann er einerseits viele Führungen bekommen und andrerseits seinen Wortschatz erweitern. Einfach genial. Wir hatten noch einen Pons Sprachreiseführer dabei, den wir ihm daraufhin schenkten. Vielleicht begrüßt er sie inzwischen schon auf Deutsch. |
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Reiseberichte (Erlebt, photographiert & dokumentiert von Sibylle & Gerhard)
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