Abstieg von Cha das Caldeiras nach Mosteiros
Diesen Weg kann man auch gut alleine gehen. Zur Unterhaltung und weil wir einfach noch viele Fragen hatten, haben wir uns noch mal Cicilio engagiert. Heute gehen wir später los. 9:00 reicht vollkommen. So haben wir Zeit uns von Danilo, Lola, Mamma und den anderen Kindern zu verabschieden. Sogar Flavio hat seine Scheu überwunden und kommt noch für ein letztes Spiel dazu.
Auf dem Weg durchs Dorf kommen wir an der Schule vorbei und können dort einem der Lehrer die mitgebrachten Schreib - und Malutensilien überreichen. Die Freude ist gross, an solchen Dingen mangelt es schnell.
Weiter durch das " Neubaugebiet" wo Cicilio ebenfalls viele Verwandte hat gelangen wir zu schwarzen Lavamassen, die ohne jegliches Grün dunkel im Sonnenlicht glänzen. Auf der folgenden älteren Verwitterungsschicht wachsen schon Mais und Bohnenpflanzen, sowie Rizinusbüsche und Gräser.
Wir gehen an der kilometerhohen Innenwand der Caldeira gemütlich auf dem breiten Fahrweg. Immer wieder schweifen die Blicke zurück zum Pico, der majestätisch über dem Kessel trohnt. Wir erreichen einen lichten Eukalyptuswald, der von den am Fuss der Felswände austretenden Sickerwässern offensichtlich profitiert. Schliesslich haben wir nach einer guten Stunde den Überlauf der Caldeira erreicht. Wir gelangen an die Schranke zum Monte Velha, dem Naturschutzgebiet mit endemischen Pflanzen in einer wunderbaren Waldregion.
Wer sich diese Laufzeit ersparen möchte, kann versuchen im Dorf einen Fahrer zu bekommen, der ihn bis dahin fährt. Nach kurzer Unterhaltung mit Cicilios Onkel und einer Zigarette als Wegegeld verlassen wir den Weg und gehen auf schmalem Pfad die Abkürzung zur unteren Schranke.
Ohne Führer geht man einfach der Strasse nach, mit Führer die Abkürzung durch den Wald, vorbei an riesigen Agaven. Fast kommt es uns vor wie im Urwald. Die Luft ist feucht, die Nebelschwaden ziehen und unter uns ist alles in Wolken gehüllt. Wir kommen zu einem Gehöft, wo die Schranke von unten sich befindet und gehen dann hinter dem Haus durch ein kleines Maisfeld weiter. Ist leicht zu finden, da hier eh den ganzen Tag jemand sitzt und dem unbegleiteten Wanderer gerne den Weg weist. Der schmale Weg führt steil bergab.
Selbst in dieser Höhe sind die Frauen an der Arbeit und transportieren Brennholz und Gestrüpp auf dem Kopf ins Tal. Wieder nur in Badeschlappen oder ganz barfuss sind sie schneller als wir. Denen muss es gehen wie uns, wenn wir im Schwarzwald unterwegs sind und ein Holländer vor uns auf den schmalen Strassen den Berg abwärts schleicht. Wir lassen sie passieren, wobei allgemeines Gelächter alle erheitert. Nach wie vor setzt es mich in Erstaunen, wenn ich sehe, wie hart die Frauen arbeiten und dennoch primär wohlgelaunt sind, sofort lachen, wenn wir uns grüssen und auch miteinander ihren Spass zu haben scheinen. Wir verlassen den Wald und fast zum gleichen Zeitpunkt als wir die ersten Kaffeesträucher erreichen tauchen wir auch in die Passatwolken ein. Kaffe so weit das Auge reicht, tiefe grüne Taleinschnitte, Bananenstauden, Mango und Orangenbäume, Terassen mit Mais und Bohnen.
Über Montebarro kommen wir nach Pai Antonio und weiter nach Feiloal. Nach kurzer Rast in der Kneipe und einer Cola gehen wir weiter über die steile Kopfsteinstrasse bergab nach Mosteiros. Die riesigen Spinnen haben ihre Netze mal wieder über die ganze Strasse gespannt. Menschen mit einer Spinnenphobie können hier keinen Urlaub verbringen, oder sie nutzen es zu einer Kurzzeittherapie. Die Viecher sehen wirklich gewaltig aus.
Wir verlassen die Strasse um z.T. über hohe Stufen steil bergab auf einer Abkürzung vollends nach Mosteiros und somit ans Meer zu gelangen.
Mittlerweile stehen wir bestens in den Schuhen vorne drin und sind nach gut 4 1/2 Stunden sind wir bei Christine und Irmaos in der Pensao angekommen. Wir verabschieden uns von Cicilio, der zur Freude eine Mitfahrgelegenheit zurück in die Caldeira findet. ( Er wäre sonst halt wieder zurück gelaufen...)
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