KapverdenKapverden - Persönliche Eindrücke FogoCabo Verde
Wanderung von Atalaia nach Sao Jorges

Mit dem Aluguer nach Atalaia

Nach einem guten Frühstück auf der Dachterrasse machen wir uns auf den Weg. Die beiden Christine an den Aufstieg in die Caldeira und wir anderen auf die Suche nach einem Aluguer, der uns nach Atalaia bringen soll. Wie wir später erfuhren, haben die beiden viel Wasser und 5 Stunden gebraucht, bis sie am Ziel waren.

Bei herrlichem Sonnenschein machen wir uns auf den Weg. Vorbei an der Landepiste vom Flughafen fahren wir hoch über der Küste, vorbei an tiefen Taleinschnitten durch vegetationsreiche, grüne Landschaft. Laut unsrem Fahrer ist der Flughafen deshalb geschlossen, weil gerade dieses Flugzeug, welches hier her flog im Frühjahr vor Santo Antão abstürzte ) Vereinzelte Häuser säumen den Weg und die sich in Kurven den Berg hochwindende Strasse gibt immer noch letzte Blicke auf Mosteiros frei.

Unvollendete Ringstraße

Der Fahrer lässt uns in Atalaia, der vorläufigen Endstation aussteigen. Noch ist die Ringstrasse nach Sao Felipe nicht vollendet, aber es wir dran gearbeitet. Wir kommen zum letzten noch fehlenden Stück. Hoch über uns stehen angeseilt die Strassenbauarbeiter und brechen mit langen Meiseln die Felsbrocken ab, die donnernd in die bereits geschaffene Schneise knallen. Der Vorarbeiter hat uns gesichtet und für kurze Zeit, bis wir durch sind, wird die Arbeit eingestellt. Enorm, was diese Menschen leisten, um ein Stück Strasse zu bauen. Es sind wirklich nur noch ein paar Meter, die zur Vollendung fehlen. Auf der anschliessenden Strasse, die sicher erst gebaut wurde, sind nach den Regenfällen in diesem Jahr bereits die ersten Reperaturarbeiten nötig. Der Fels ist abgerutscht, Erdmassen verschütten die Hälfte der Strasse. Kein Wunder, dass so breit gebaut wird. So bleibt wenigstens die Chance, dass sie auch nach einer Regenzeit wenigstens teilweise zu befahren ist. So sehr der Regen gebraucht wird, hier wird er sicher verflucht, der Kreislauf scheint nie zu enden.

Die Ringstraße war mal kurz vollständig befahrbar, ist aber inzwischen schon wieder vom Regen weggespült. ( Sibylle Ende August 2000)

Grünes, fruchtbares Fogo

Grün so weit das Auge reicht, Mais und Bohnen, Baobabbäume, kleine strohgedeckte Häuser in den tief eingeschnittenen Tälern und schon vor Urzeiten erkalteten Lavaströme, Agaven, Palmen, wildwachsende Bananenstauden, Parasitkegel, Aschenberge, die Landschaft strotzt nur so davon. Tief unten das Meer, hoch oben die Rückwand der Caldeira, der allgegenwärtige Vulkan, einfach grandios. Bei der Rast an einer Bar gelingt es uns endlich einen Eisvogel zu fotografieren. Der buntschillernde Vogel macht erst mit grossem Geschrei auf sich aufmerksam, um dann beim Näherkommen oder Zücken des Fotoapparates spöttisch zwitschernd zu verschwinden. Jetzt blieb er tatsächlich auf dem Strommasten sitzen. Gertrud fährt mit dem Aluguer nach Salinas weiter. Sie war dort noch nicht gewesen und möchte baden. Wir wollen jedoch bis Sao Jorges wandern.

Im Weitergehen passieren wir die mit deutscher Entwicklungshilfe gebauten Wasserauffangbecken und Reservoirs. Die Betonungetüme wirken trotz aller Funktionalität absolut deplaziert in der Landschaft.

Sao Jorge

Einwohner vor der der Mercaria sitzend. ©kapverde.at Wir erreichen Sao Jorge. In der Mercaria im Dorf versorgen wir uns mit Fanta. Schnell sind wir von Kindern und auch Erwachsenen umringt, die uns bestaunen. Obwohl eines der Ausflugsziele auf Fogo, Ponta salinas in unmittelbarer Nähe ist, scheinen hier noch kaum Touristen vorbeigekommen zu sein. Als Sibylle ein Foto von Gerhard und Hermann machen möchte, wollen alle mit aufs Bild. Als wir uns die Adresse zwecks Zuschicken geben lassen ist die Freude gross. Wir werden noch mit Erdnüssen versorgt und dann gehen wir weiter. An der Kreuzung nach Salinas warten wir auf den Aluguer in die Stadt.

Zurück in Sao Felipe

Wir gehen zurück ins Las Vegas, nehmen unser Gepäck in Empfang und gehen erst mal duschen.

Anschliessend lässt sich Gerhard wieder vom Barbier verschönern und wir streifen durch die Stadt, die mittlerweile schon weihnachtlich hergerichtet wurde. Die Sonne scheint, es ist warm das Denkmal am Kreisverkehr hat rote Schleifen bekommen und die Weihnachtsbeleuchtung ist an. In dieser Atmosphäre passt das für uns beide einfach nicht zusammen. So hat halt jeder eigene Assoziationen zu bestimmten Festen...

Am Abend treffen wir uns alle wieder bei Renate

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Reiseberichte (Erlebt, photographiert & dokumentiert von Sibylle & Gerhard)
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