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Südküste - Tarrafal

Wie kommt man am besten nach Monte Trigo

Unser heutiges Endziel war Monte Trigo. Die Beschreibung aus dem Reiseführer hatte es uns angetan und wir wollten unbedingt dorthin. Geplant war ursprünglich die Wanderung von Curral das Vacas vorbei am Tope de Coroa - so wie im Dumont-Führer beschrieben.

Morgends um 7:30 fuhren wir los. Gabi und Otav hatten diesmal zur Verstärkung einen ehemaligen Alsa - Guide mitgenommen. Einerseits wußten die beiden wohl nicht so genau, wo wir eigentlich hinwollten und andrerseits schien ihnen der von uns ursprünglich gewählte Ausganspunkt etwas fragwürdig.

Der zusätzliche Fahrgast meldete auch schnell Bedenken an unserer Planung an. Er sprach sehr gut französisch und machte uns klar,daß wir selbst von Campo Rodondo oder El Norte mindestens 8 Stunden bräuchten und mindestens 4-5 Liter Wasser pro Person mitnehmen sollten. Von Curral das Vacas hatte er uns gleich abgeraten. Das sei für Flachlandeuropäer viel zu anstrengend.

Als wir dann selbst mit seiner Hilfe dazu nichtmals einen Führer auftreiben konnten, beschloßen wir, uns doch lieber bis nach Tarrafal fahren zu lassen, um von dort aus die Küste entlang zu wandern.

Im Nachhinein war es eine wirklich kluge Entscheidung, nicht von Campo Rodondo aus loszuwandern. Wir hätten da sicher sonst eine Nacht im Freien verbracht. An sich nicht so tragisch, wenn wir unterwegs irgendwo in der Wüstenlandschaft die Wasservorräte hätten auffrischen können.

Tip:   Wer die Tour Chã de Morte / Curral das Vacas - Tope de Coroa - Monte Trigo (im Dumont Führer die Wanderung Nr. 4) plant, muß wirklich ein recht kerniger Bergwanderer sein.

 

Mit dem Kleinbus Richtung Tarrafal

Von Porto Novo aus führt die erstmal noch gute Pflasterstaße in den touristisch unerschloßenen Süden der Insel. Die Terrassen aus der regenreichen Zeit sind schon längst ausgetrocknet. Nur Dürre, Staub und Steine.

  Nach ca.15 km biegen wir ab. Die Straße verengt sich, wird zum ausgefahrenen, unbefestigten, staubigen steinernen Ackerweg. Es ist trocken, warm und wir rumpeln bergan, um nach längerem Geholpere auf eine aride Hochebene zu kommen. Die Landschaft ist in ihrer kargen Leere sehr beeindruckend. Tiefe Erosionsfurchen, schwarz - weiß - gelbe Berge, die wie Dünen ausschauen, Pozzolanerde. Vereinzelte Ziegen kreuzen den Weg. Gabi steuert seinen Bus geschickt durch die Schlaglöcher.

An der Kreuzung nach Norte nehmen wir weitere Fahrgäste auf. Die zwei kleinen Zicklein kommen aufs Dach. Opa, Sohn, Frau ,Kinder und viel Gepäck steigen zu uns in den Bus. Der Fahrpreis wurde in Form von Ziegenkäse bezahlt.

Campo Rodondo - An Ostern
So sah es an Ostern aus,als wir unterwegs waren.
Campo Rodondo II - Im Herbst
Im Herbst nach der Regenzeit
Vielen Dank an Alfred von Alsatours

 

Abstieg nach Tarrafal

Die jetzt deutlich schwerere Fuhre machte unserem Fahrzeug zu schaffen. Wiederholt setzen wir auf, es rumpelte wirklich heftig. Dort, wo der Fußweg nach Tarrafal beginnt, geben Gabi und Begleiter auf. Wir werden alle ausgeladen. Dabei kriegen wir mit, daß unser Fahrer hier heute auch zum ersten Mal ist. 1. Blick in die Bucht von Tarrafal []

Es kommt kurz drauf noch ein Aluguer, der schon recht voll ist. Wir verzichten auf die Mitfahrt zugunsten der Einheimischen. Wir hatten ja die Versicherung, daß wir in höchstens 20 Minuten unten am Meer wären und der Pickup viel länger bräuchte, da er doch ganz außenherum in Serpentinen den Berg runter schleichen müßte.

Frohgemut wandern wir los. Bis wir unten sind, sind ca 50 Minuten vergangen und wir brauchen erst mal Pause. Aus 400 m Höhe geht es nur steil bergab, teils sehr rutschig, da nur Geröll und absolut schattenfrei.

Tarrafal

Terassen rund um Tarrafal [] Der Ort selber wirkt wie eine Oase in der ansonsten kargen Landschaft. Ein schwarzer, vollkommen menschenleerer Sandstrände breitet sich linkerhand weit aus. Dagegen hebt sich das saftige, frische Grün der bepflanzten Terrassen hell leuchtend ab. Wasserrinnen versorgen den Ort und die Felder. Mal verstreut, mal eng aneinander geschmiegt liegen die Häuser und sogar vereinzelte Villen im Tal und am Berghang. Auch hier wird terrassiert, bis es nicht mehr möglich ist.

Weg ans Meer [] Wir gehen durchs Dorf, schauen bewundernd dem Palmenputzer zu, der frei kletternd ganz oben in einer großen Palme arbeitet. Mit einer Hand und den Füßen hält er sich fest, während er mit der anderen Hand an den Palmwedeln rumhantiert.

Irgendwie sind wir zu tief gekommen und am Meer, statt auf dem Weg nach Monte Trigo angelangt. Auf dem Rückweg in den Ort fragen wir nach. Sofort sind wir von einer Schar Kinder umringt, die uns alle auf den Weg bringen wollen.

 

Blick zurück auf Tarrafal und seine Bucht [] Los geht die rasche Führung, an und zwischen den Häusern vorbei. Wir haben gar keine Zeit mehr zum Schauen, so flink sind die Kleinen. Wenn es mal eng wird, so zwischen Zuckerrohr, Haus, Wasserrinne, Ziege und Hühnern, nehmen sie einfach unsere Hände und ziehen weiter. Unaufhörlich wird dabei gebabbelt und wir sind im Nu auf dem Küstenweg angelangt.

Bevor sie uns verlassen, fragen sie nach Bonbons. Können wir ihnen nicht verdenken, wie sollten sie sonst ungefragt an diese Süßigkeiten kommen. Vor den Schulen sind sie zwar zu erstehen, aber wohl wird oft das Geld dafür nicht reichen.

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