KapverdenKapverden: Santo AntãoCabo Verde
Cruzinha da Garça - Fontainhas

Die landschaftlich wirklich beeindruckendste Fahrt auf Santo Antão war die Fahrt durch die Ribeira Grande über Chã d'Igreja nach Cruzinha da Garça.

Durch die Ribeiria Grande

Auch heute sind wir privat unterwegs. Zunächst geht die Fahrt in der Talsenke auf holpriger Staubstraße bis zu dem hübschen Dorf Coculi mit der in der Mitte thronenden Kirche. Wir passieren große Bananenplantagen, Palmenhaine, Zuckerrohrfelder und große landwirtschaftliche fast schon wie Herrenhäuser wirkende Anwesen.

Aquädukt von Boca de Ambas Im Straßenbau gibt es Arbeit für viele Menschen. Gerhards Fazit: Hier auf Santo Antão baut 1/3 der erwachsenen Bevölkerung die Straßen, die ein weiteres Drittel benutzt, um das verbleibende Drittel samt Touristen über die Insel befördern zu können. Die Arbeit ist hart. Die Steine für die gepflasterten Straßen und die Begrenzungsmauern werden in Handarbeit geschlagen. Zum entsprechenden Feld der Pflasterung werden sie dann von den großen Haufen auf den Köpfen der Frauen zum jeweiligen Arbeiter befördert. Alle sind froh Arbeit zu haben. Es gibt wohl gerade Geld für den Straßenbau hier. Es wird gegrüßt, gewunken und Gabriel muß sich auch mit dem einen oder anderen kurz unterhalten. Die Frage war, welche Strecke er nehmen kann. Hier wird darüber verhandelt anstatt Schilder aufzustellen.

 

Über den Pass nach Chã d`Igreja

Kurz hinter dem Aquädukt von Boca de Ambas as Ribeiras verlassen wir das Tal. Die Staße schraubt sich nun in Serpentinen stetig den Berg hoch, hinein in die Wolken. Auf der Paßhöhe wieder gigantische Ausblicke in das nächste sonnendurchflutete Tal.

Auf der Paßhöhe [] Wir halten an und fotografieren, wohl wissend, daß dies eigentlich gar keinen Platz auf einem Foto findet. Aber es war halt so wunderbar, wie sich die kleinen und großen spitzen Berge ineinander verschachteln, und die bewirtschafteten Terrassen sich weit an den Berg hoch schmiegen. Sogar in den höchsten Höhen wohnen noch Menschen. Alles sieht aus wie aus einer einzigartigen Märchenlandschaft. Sibylle würde am liebsten nach jeder neuen Kurve anhalten lassen, da sich das Bild ständig verändert. Da jedoch das eigentliche Ziel unserer Fahrt ja eine anschließende Wanderung war, kann sie sich doch auch mit Augen - Blicken begnügen.

Was wir auf der einen Seite der bizarren Berge hochgefahren sind fahren wir auf der anderen Seite wieder hinunter. Im Tal unten angekommen fahren wir kurz in einem trockenen Bachbett entlang, um danach auf eine fruchtbare Hochebene zu gelangen. Tief unter uns hat sich der frühere Fluß ein canyonartiges Bett gegraben. Der Staubweg durch die Schlucht führt ebenfalls zum Ausgangspunkt der Wanderung, nach Cruzinha da Garça.

Schulkinder Die Fahrt über Chã d`Igreja fanden wir landschaftlich schöner. Vorbei an strohgedeckten Häusern, Eseln, Ziegen und Feldern gelangen wir in das kleine Dorf. Nach kurzer Pause bei der Schule mit freundlich winkenden Kindern fahren wir zu dem eher öde wirkenden Cruzinha da Garça.

Gabriel und Otav [] Unser Fahrer traut sich auf dem immer sandiger werdenden Weg noch etwas vorwärts, um uns an den sicheren Startpunkt zu bringen.

 

Wanderung entlang der Steilküste nach Fontainhas

Wir marschieren an der Küste entlang auf einem kopfsteingepflasterten Weg. Er ist mit mehr oder minder hohen Steinmauern gut befestigt. Links von uns brechen sich die Wellen an der Steilküste und rechts von uns ragen Felsen in die Höhe. Die Landschaft hier ist aride. Nach einiger Zeit gelangen wir in eine kleine Ribeira, in der verstreut einige Häuser liegen. Auch hier ist das Land wo es auch nur geht terrassiert, aber es sieht alles recht vertrocknet und verlassen aus.

Entlang der Küste I

Entlang der Küste II

Entlang der Küste III

Entlang der Küste IV Danach geht es wieder steil bergan, der Weg ist von Sandanwehungen überschüttet. Wir kommen aber gut durch, an einer in den Fels gehauenen Öffnung mit einer Quelle vorbei, um so in die nächste Ribeira zu gelangen. Die Zeit scheint hier stillzustehen. Kinder stehen rum und fragen nach Bonbons und ansonsten sitzt noch ein älterer Mann vor seinem Haus. Das Dorf klebt am Felshang und auch hier sind drumherum Terrassen angelegt.

Basaltschädel [] So gehen wir weiter, immer am Meer entlang, bergauf und bergab im steten Wechsel.Teilweise liegen größere und kleinere Felsbrocken auf dem Weg. Bisweilen hier sicher Steinschlaggefahr.

Wir gelangen so zu einer bizarren Felsformation, die aussieht wie ein Schädel. Je nachdem, wo man sich befindet, taucht hier Ponta do Sol in der Mitte des Basaltgebildes auf. Es wirkt fast wie eine surrealistische Skulptur, je nach Blickwinkel.

 

Ribeira das Fontainhas

Hier macht der Weg eine Biegung und wir tauchen ein in die nächste, wirklich fruchtbare Ribeira. Wie Vogelnester kleben die Häuser von Fontainhas am Berg. Die ganzen darunterliegenden Steilwände sind zu bewirtschafteten Terrassen ausgebaut. Auch hier ist die Zuckerrohrernte in vollem Gange. Die bizarren, dunlen Bergwände bilden eine wunderbaren Kontrast, zu den farbig strahlenden Häusern. Auf einem Grat, inmitten des Tales befindet sich ebenfalls eine Häuseransammlung. Auf der Hinterseite der steinfarbenen Häuser kahle, steil abfallende Felswand und an der Vorderseite farbige Häuserfronten bepflanzte Terrassen, Bananen, Mais, Zuckerrohr und vereinzelte Palmen.

Fontainhas I

Fontainhas II

Fontainhas III

In einer kleinen Mercearia stärken wir uns mal wieder mit einer Coca, um für den letzten großen Aufstieg gerüstet zu sein. Auch hier begegnen wir wieder vielen gutgelaunten Schulkindern, die auf dem Nachhauseweg sind und die Auf - und Abstiege locker hüpfend und rennend bewältigen. Einfach toll.

Fontainhas IV [] Steil geht es den ganzen Berg hoch und sogar der schwerbepackte Stromkabelträger zieht, das Radio am Ohr, locker an uns vorbei. Aber schließlich wollten wir auch noch ein paar Fotos machen und sicher sind wir heute schon viel länger gelaufen als er!?

Ab hier ist der Weg etwas breiter und somit befahrbare Straße, die dann in großem Bogen nach Ponta do Sol führt. Wir nehmen die Fußwegabkürzung, an den ganzen Tierställen ( überwiegend Schweine ) vorbei hinunter in den Ort.

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